23 Sep

Neu- und alttestamentliche Begründung der Diakonie

Das Gleichnis des Barmherzigen Samariters

Im Vordergrund stehen die neutestamentlichen Gleichnisse von Jesu, und das wohl berühmteste Beispiel ist das Gleichnis des Barmherzigen Samariters (Lk 10,30).

In jenem Gleichnis wollte ein Schriftgelehrter wissen, was zur Erlangung des ewigen Lebens notwendig sei. Auf eine Gegenfrage Jesu, was die Tora rate, zitiert der Gelehrte das jüdische Glaubensbekenntnis, das zur Gottesliebe auffordert und stellt eine Verbindung zum Gebot der Nächstenliebe (Lev 19, 18) her.

“Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft.” (Dtn 6, 4-5)

„Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Ich bin der HERR. “ (Lev 18,6)4620661315_959a66f4fb_b

“Er aber antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst!” (Lk 10,27)

Weiterhin gibt Jesus zahlreiche Beispiele diakonischen Handelns, wenn er einen Kranken heilt (Joh 5,5-6). Ebenso klagt er in seinen Wehrufen in Mt 23, 1-36 an, dass das Engagement für soziale Gerechtigkeit, , die Sorge für Waisen und Witwen, Armenfürsorge und Krankenpflege stark vernachlässigt wird. Er hält dazu an neben der Mission und Gottesdienstgestaltung sich insbesondere der Menschen anzunehmen, denen keiner hilft.

Laut Paulus ist die Diakonie ein gegenseitiges Lastentragen, das letztendlich die wahre Erfüllung der Gesetze Christi sei (Gal 6,2 EU).

Diakonie damals und heute

Heutzutage werden diakonische Dienst häufig vom Staat getragen, wohingegen in der Antike und im frühen Mittelalter die Kirche damit alleine beauftragt war. Trotzdem überlässt die Kirche den diakonischen Auftrag nie vollständig in den Händen des Staates. Laut biblischem Verständnis ist ein Dach über dem Kopf, Nahrung und Kleidung alles was ein Mensch zum Leben benötigt. Da von staatlicher Seite notleidenden Menschen nur bedingt Hilfe geboten werden kann, bleibt das Amt weiterhin auch in Kirchenhand, und wird von ehrenamtlich handelnden Privatpersonen ausgeübt.

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